Bühne11 – Ein Kurzportrait

Das Probenraumzentrum Bühne11 in der Spichernstraße bietet Kulturschaffenden in Osnabrück seit 2022 einen niedrigschwelligen Zugang zu Probenräumen für Theater, Tanz und Musik. Die bedarfsgerecht eingerichteten Räume verfügen dabei über eine Größe zwischen 12 und 120 m². Die Bühne11 wird vom Verein Kulturmacher Osnabrück e.V. getragen und maßgeblich durch die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung und die Stadt Osnabrück finanziert.
Das folgende Interview wurde mit der Vorstandsvorsitzenden Swaantje Ohlrogge geführt:

Was genau ist die Bühne11 und wie ist sie entstanden?
„Die Bühne11 ist ein Proberaumzentrum für Tanz, Theater und Musik. Im Gegensatz zu anderen Angeboten, bei denen ein Raum für eine festgelegte Dauer gemietet wird und dann in der Verantwortung der Mietenden liegt, können Kulturschaffende die Räume bei uns stundenweise buchen. Dafür verfügen die verschiedenen Räume über die notwendige Grundausstattung, wie zum Beispiel einem Flügel oder einer Musikanlage. Die Idee hatte die Felicitas und Werner Egerland-Stiftung. Bevor hier die Bühne11 einzog, wurden diese Räumlichkeiten von der Hochschule Osnabrück, genauer vom Institut für Musik (IfM) genutzt. Nachdem das IfM diese Räume nicht mehr brauchte, kam die Idee, die vorhandenen Ressourcen zu erhalten und den Kulturschaffenden in Osnabrück zur Verfügung zu stellen.“

Welche Möglichkeiten bietet die Bühne 11 Kulturschaffenden in Osnabrück?
„Vorrangig eröffnet die Bühne11 Kulturschaffenden in und um Osnabrück herum Räume für Kulturangebote. Darüber hinaus sind wir aber auch ein Ort des Kennenlernens und des Austausches. Wir tragen also nicht nur dazu bei, dass es mehr Probenräume gibt, sondern vernetzen die Menschen auch untereinander.“

Wie bist du zur Bühne11 gekommen und was sind deine Aufgaben?
„Ich habe den Entstehungsprozess von Anfang an begleitet, bin also von den ersten Gesprächen mit der Stiftung und der Antragstellung bis heute ein Teil der Bühne11. Meine Aufgaben sind mit der Zeit und der Institution selbst gewachsen. Sie reichen von der Vorstandsarbeit, also vor allem Organisation und Management, bis hin zu kleinen Aufgaben, wie der Reinigung der Räume in Krankheitsfällen. Die Arbeit in der Bühne11 ist hauptsächlich ehrenamtlich. Jeder hilft dort, wo er kann.“

Welche Projekte habt ihr bisher schon unterstützt bzw. wer probt alles bei euch?
„Da ist das Spektrum sehr weit gefasst. Zum einen werden bei uns verschiedene Musicalprojekte geprobt, wie zum Beispiel das Musicalamateurprojekt „Come from away“ (MAP) des Vereins zur Förderung der Musicalkünste e.V. oder auch spezielle Kindermusicalprojekte. Es gibt aber auch Tanzangebote, wie Salsa. Außerdem nutzt eine Schul-AG unsere Räume für ihre Proben. Darüber hinaus wird hier auch regelmäßig Gesangsunterricht für die verschiedensten Stilrichtungen gegeben. Soloselbstständige buchen die Räumlichkeiten beispielsweise, um sich auf ein Casting oder einen Auftritt vorzubereiten.“

Was sind eure Pläne für die Zukunft?
„Wir möchten unser Angebot in erster Linie erhalten und unsere Arbeit fortführen können. Wir finanzieren uns hauptsächlich aus Fördergeldern, Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Ein Großteil unserer Arbeit basiert auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Weitere Unterstützung ist bei Interesse also immer willkommen. Gleichzeitig möchten wir unser Angebot aber auch nach den Wünschen und Interessen der Kulturschaffenden und unserer Mitglieder erweitern. In Zukunft könnten wir uns zum Beispiel vorstellen, Kurse für Soloselbstständige in Bereichen wie Finanzen und Versicherungen zu geben.“

Fotos und Interview: Maybrit Sprenger